Freitag, 09.11.2018 – Konzert: Werke von Friedrich Moritz Gast und Justus Wilhelm Lyra, Wien
(bekannt gemacht am 24.06.2018)


Freitag, 09. November 2018, 19:00 Uhr
Gesellschaft für Musiktheater, 1090 Wien, Türkenstr. 19

Liederabend mit Werken von Friedrich Moritz Gast und Justus Wilhelm Lyra

Ausführende:
Thomas Schmidt (Tenor) und Prof. Margit Fussi (Klavier)
Eintritt:  Euro 25,--  (Gruppenermäßigung ab 10 Personen)
Reservierungen unter Tel.: 01 317 06 99

Nach einem überaus erfolgreichen Konzert zum Thema "Karl May als Komponist" (unter dem Titel "Wenn der Winnetou das wüßte!" war dieses Programm auch beim Karl May-Wochenende 2017 in Wien zu hören) hat sich der Sänger Thomas Schmidt nun erneut auf musikalische Spurensuche in der Biographgie Karl Mays begeben.


Fündig geworden ist er in der Person von Friedrich Moritz Gast (1821 - 1889), der als Pädagoge die Grundlagen des kompositorischen Handwerks und des Musikverständnisses von Karl May gelegt hat.
Friedrich Moritz Gast war Kantor an den beiden evangelischen Stadtkirchen in Plauen/Vogdland und Lehrkraft für Musik und Stimmbildung/Chorgesang am Plauener Lehrerseminar. Karl May war dort sein Schüler und wurde - was seine musikalische Seite angeht - maßgeblich von Gast, der zu seiner Zeit ein weithin bekannter, hochangesehener Musiker war, geprägt. Als Seminarist war May verpflichtet, im städtischen Chor mitzuwirken und nahm am 09. September 1860 an einer Aufführung des Oratoriums "Elias" von Felix Mendelssohn-Bartholdy unter der Leitung von Friedrich Moritz Gast teil. Möglicherweise war Gast sogar das Vorbild für die Figur des Kantor emeritus Hampel im Roman "Der Ölprinz".
Das Konzertprogramm im November bringt einen repräsentativen Querschnitt durch das Schaffen von Friedrich Moritz Gast. Insbesondere bei seinen geistlichen Werken offenbaren sich zahlreiche Parallelen zum musikalischen Schaffen Karl Mays wie auch zum Religionsverständnis des Schriftstellers.

Die andere Hälfte des Abends ist Justus Wilhem Lyra (1822 - 1882) gewidmet, einem Komponisten und lutherischen Pastor, der 1842 auf einen Text von Emanuel Geibel die später zum Volkslied gewordene Melodie "Der Mai ist gekommen" schrieb. Seine geistlichen Kompositionen sind - ebenso wie seine theologischen Schriften - von dem gleichen evangelisch-pietistischen Grundton erfüllt, der auch für Karl Mays religiöse Ausführungen innerhalb seiner Romane kennzeichnend ist.

Veranstaltungsort ist die renommierte Wiener Gesellschaft für Musiktheater, der u.a. Karl Böhm, Marcel Prawy und Lenard Bernstein als Ehrenmitglieder angehörten.
Die Interpreten sind

Thomas Schmidt
Der aus Norddeutschland stammende Sänger und Schauspieler studierte am Max-Reinhardt-Seminar und am Konservatorium der Stadt Wien, wo er auch den Studiengang für "Klassische Operette" absolvierte. Weiterführende Studien bei Vera Nentwich, KS Hilda de Groote und Mag. Gerald Trabesinger. Ausgezeichnet mit der "Ehrenurkunde der Internationalen Robert-Stolz-Gesellschaft" hat er sich als Sänger auf unbekannte Werke im Bereich der Klassik wie der gehobenen Unterhaltungsmusik spezialisiert. Sein Repertoire reicht von Lied- und Kirchenmusik-Literatur über Fachpartien der "goldenen" und "silbernen" Operette und die Wiener Musik bis zu zeitgenössischen Kompositionen.

Margit Fussi
Sie gilt mit Fug und Recht als Österreichs bedeutendste Liedbegleiterin. Sie studierte an der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Wien "Konzertfach Klavier" und "Liedbegleitung" sowie "Orgel/Kirchenmusik" am Wiener Diözesankonservatorium. Bereits in jungen Jahren erhielt sie einen Lehrauftrag (später Professur) als Solokorrepetitorin für Lied und Oper an der UMDK und entfaltete eine umfangreiche Konzerttätigkeit als weltweit geschätzte Organistin, Cembalistin, Pianistin und Liedbegleiterin. Sie arbeitete mit zahlreichen bedeutenden Sängern des 20. Jahrhunderts wie Elly Ameling, Ileana Cotrubas, Kim Borg, Hans Hotter, Robert Holl und Kurt Equiluz zusammen. Diverse Rundfunk-Produktionen und CD-Einspielungen bezeugen ihren künstlerischen Rang.