Freitag, 24. Juli 2020 – ‚Winnetou I‘

Ich durchschnitt zunächst die beiden unteren Riemen. Den oberen konnte ich in meiner liegenden Stellung nicht erreichen.

Dieses Zitat ist aus einem Buch von Karl May: meinem persönlichen Lieblingsbuch, dem ersten Buch, welches ich von Karl May gelesen habe. Eine absolute Empfehlung meinerseits zum Einstieg in die Welt von Winnetou und Old Shatterhand.


Die Geschichte:

Das junge Greenhorn Charley kommt als Eisenbahn-Ingenieur in den Wilden Westen der 1860er-Jahre. Schon bald sind seine faulen Kollegen nicht mehr Charleys einziges Problem.

Indianer, Apachen vom Stamm der Mescaleros, sprechen sich gegen den Bau der Eisenbahn durch ihr Land aus. Sam Hawkens, Charleys Mentor und Freund, holt die Kiowas zur Unterstützung. Doch ist es der richtige Weg?

Charley möchte die Apachen und insbesondere Winnetou beschützen. Winnetou jedoch verachtet die Landvermesser. Ist es zu spät, um Frieden zu schließen?

Henry machte heut so ein pfiffiges, unternehmendes Gesicht, und wie ich ihn kannte, hatte er irgendeine Überraschung vor.

 

Meine Meinung:

Der erste Teil der ‚Winnetou‘-Trilogie ist einer der ‚Klassiker‘ schlechthin. Es gibt unzählige Bühnenadaptionen, Filme und Hörspiele.

Dennoch lohnt es sich meiner Meinung nach, auch dem Buch ‚Winnetou I‘ eine Chance zu geben. Dieses Buch erzählt vor der meist bekannten Abenteuerhandlung detailreich Charleys Vorgeschichte und führt die Erzählung nach den Geschehnissen am Nugget-tsil weiter.

Karl Mays mitreißender Erzählfluss führt viele liebenswerte und besondere Figuren ein. Wer möchte nicht wissen, wie Old Shatterhand seinen ‚Henrystutzen‘ und ‚Bärentöter‘ bekam? Auch die Frage, warum Klekih-petra, der „weiße Schulmeister der Apachen“, bei den Mescaleros lebt, wird auf eine überraschende Weise beantwortet.

Für mich ist und bleibt jedoch der ausschlaggebendste Grund für die Lektüre von ‚Winnetou I‘ Karl Mays Erzählstil. Die Tiefe und die vielen, oft kleinen Details, mit denen Karl May sein Werk gestaltet, kann kein anderes Medium aufbieten oder ersetzen.

Die Werte, die dieses Buch benennt und ausdrucksstark erzählt, sind seit 125 Jahren aktuell. Leider haben wir es auch heute noch nicht geschafft, den Rassismus zu begraben und alle Menschen als gleichwertig zu betrachten. Wer von diesem Standpunkt aus an ‚Winnetou I‘ herangeht, wird sicherlich einige denkwürdige Eindrücke mitnehmen.

Das Gold hat die roten Männer nur unglücklich gemacht; des Goldes wegen drängen uns noch heut die Weißen von Land zu Land, von Ort zu Ort, so dass wir langsam aber sicher untergehen werden.

Bei diesem Buch lohnt es sich, bei Freunden und in der Familie zu fragen, ob jemand den ‚Winnetou‘-Band besitzt und eventuell verleihen oder verschenken möchte. Auch öffentliche Bücherschränke oder Büchertrödelmärkte sind gute ‚Fundstellen‘. Manchmal gibt es die Bücher dort sogar umsonst oder unter 1,-€.

 

Buchausgaben:

-       Der ‚Klassiker‘ vom Karl-May-Verlag kostet neu 22,-€, gebraucht auf der Website www.zvab.com ab circa 2,-€

-       Eine gekürzte Fassung unter dem Titel ‚Blutsbrüder‘ für 9,-€

-       Wenn es die ‚unbearbeitete Version‘ sein soll, gibt es eine historisch-kritische Ausgabe neu ab 40,-€, gebraucht im Internet ab circa 20,-€

Digital lesen:

-       Als E-Book ab etwa 1,-€ bei Thalia oder Amazon für E-Reader

-       Zum kostenlosen Download auf der Website der Karl-May-Gesellschaft  www.karl-may-gesellschaft.de für Smartphone, Tablet und PC in verschiedenen Dateiformaten