Dienstag, 17.09.2019 – Vortrag: „Ein sonderlicher deutscher Autor", Rostock
(bekannt gemacht am 10.09.2019)

Malte Ristau: „Ein sonderlicher deutscher Autor. Karl May pflegte Preußenmythen, schrieb klischeehaft über Juden und warb für den Frieden"

 

Der mit 100 Millionen Auflage erfolgreichste deutsche Autor stammte aus bitterarmen Verhältnissen. Phantasie und Schreibtalent ermöglichten ihm sozialen Aufstieg, den er durch Hochstapelei gefährdete. Sein Leben und seine Werke machen ihn zu einem sonderlichen Deutschen, der in den deutschsprachigen Ländern bis heute viele Vorstellungen etwa von Indianern oder Kurden prägt. Berühmt und vielgelesen wurde er als „erstaunlicher Erzähler spannender Geschichten“ (Reich-Ranicki). Der Vortrag stellt weniger Bekanntes in den Vordergrund. So pflegte May in seinem Frühwerk preußische Mythen, schilderte profund Schicksale deutscher Auswanderer und befreite sich erst spät von Antisemitismus. In seinem Alterswerk warb May für Frieden und Völkerverständigung. Für die Babyboomer der Bundesrepublik war May der angemessene Wegbegleiter in den Westen. In der DDR war er bis 1982 verpönt.

 

Der Referent Malte Ristau lebt und arbeitet in Berlin. Er studierte Geschichte und Volkswirtschaft, war bis 2014 als Ministerialdirektor in Ministerien des Bundes tätig. Seither ist er Senior Berater für Prognos AG, Roland Berger sowie Hirschen Group. Malte Ristau ist Mitglied der Karl-May-Gesellschaft.

 

Dienstag, 17. September, 19.00 Uhr

 

Ort: Max-Samuel-Haus - Stiftung Begegnungsstätte für jüdische Geschichte und Kultur in Rostock

Post- und Hausanschrift: Schillerplatz 10, 18055 Rostock

Eintritt: 3,00 € (bis 18 Jahre frei)